Freitag, 23. September 2016

Unsere Fahrt am Meer entlang nach Norden (10.09.2016)

Von unserem Haus ging es nordostwärts über Rocha und La Paloma nach Cabio Polonio. Das Wetter war endlich etwas besser geworden und bei Sonnenschein wirkt alles gleich freundlicher. Ich hatte gelesen, dass man vor der Küste von Cabio Polonio Wale, Delphine und Robben beobachten könnte. Als wir ankamen, stand groß da "acampar, no coches". Toll und wie sollten wir hier mit unserem Dachzelt ohne Auto schlafen. So blieb uns nichts anderes übrig als weiterzufahren. Wir könnten ja immer noch einen Ausflug dorthin machen. So steuerten wir den nächsten Ort Valizas an. Angeblich mit Camping Platz. Im Ort standen lauter kleine bunte Häuschen. Es hatte ein bisschen den Flair eines Hippiedorfes. Der Campingplatz hatte natürlich geschlossen und eine Cabana wollten wir uns nicht schon wieder gönnen. Wir stapften ein wenig am Strand hin und her und bewunderten die großen Dünen.




So erging es uns auch in Aguas Dulces. Wir hatten nun die Hoffnung schon aufgegeben. Nach Castillos beschlossen wir, wenn wir in der nächsten halben Stunde nichts finden sollten, dann würden wir wieder zurück nach La Paloma fahren, da hatten wir einen offenen Campingplatz gesehen.  Etwas außerhalb von Castillos war einen weiterer Campingplatz angeschrieben. Einen Versuch war es wert. Nach 4 km holprigste Piste standen wir wieder vor verschlossene Toren "cerrado".

Da wir fast am Meer waren, wollten wir zumindest zwischen den Dünen Brotzeit machen. Aber wir fanden dort den besten Schlafplatz überhaupt - mitten in den Dünen.





















Es gefiel uns so gut, dass wir gleich zwei Tage blieben. Die Kinder spielten dann ganzen Tag im Sand und ich kam endlich mal zum Lesen. Ein wirklich toller Standort.

Donnerstag, 8. September 2016

Punta Ballena und Punta del Este


Endlich hatten wir heute wieder besseres Wetter, was wir natürlich gleich ausgenützt haben. Wer in Südamerika etwas auf sich hält, kommt nach Punto del Este. Wenn man sich keine Villa leisten kann, verbringt man zumindest seinen Urlaub hier. Neben den tollsten Villen liegen im Hafen teure Privatyachten vor Anker. 

Auf dem Weg dorthin fahren wir erst nach Punta Ballena. Ich habe in unserem Reiseführer gelesen, dass man einen tollen Blick auf die Skyline von Punto del Este hat und ein bekannter Maler Jorge Páez Vilaró hier ein eigenwilliges Haus "Casa Pueblo" gebaut hat. Als erstes fahren wir an die Landzunge um einen ersten Blick auf die Skyline zu werfen. Im Hintergrund auf dem ersten Bild sieht man aber schon die Casa Pueblo (der riesige weiße Bau)





Etwas klein die Skyline 


Dann war der Besuch in der Casa Pueblo angesagt



Wir hätten pro Person 240 Pesos zahlen müssen, nachdem wir etwas unschlüssig da standen, meinte die Dame am Empfang, Theresa müsse nichts zahlen. Nachdem uns aber knapp 1000,- Pesos, also  32 Euro zu viel für die Besichtigung des Hauses gewesen wären und wir wieder gehen wollten, mussten plötzlich nur Paul und ich zahlen und die Kinder durften umsonst rein. 15,- Euro waren akzeptabel ;)


Das Haus war riesig und verfügte neben dem Privaten Teil über ein kleines Café, ein Hotel, ein kleines Kino und einen kleinen Ausstellungsraum und natürlich einen Verkaufsraum.










Alles in allem muss ich sagen, ist dieser Maler, der mir bis jetzt nichts gesagt hat, recht interessant. Gerade in den 60er Jahren ist er viel gereist und hat Bekanntschaften auf der ganzen Welt mit den Wichtigen aus Kunst, Film und Politik gemacht. Außerdem hat er "Wände und Mauern" bemalt ebenfalls auf der ganzen Welt. Das "Casa Pueblo" hat er mit der Hilfe seiner Freunde angeblich selbst gebaut. Ach ja noch eine kleine Anmerkung am Rande seine Frau heißt Annette. 
Einer seiner Söhne war bei dem bekannten Flugzeugabsturz in den Anden 1972 dabei, als eine Gruppe 70 Tage im Schnee überlebte (zumindest ein Teil). Sein Sohn war bei den Überlebenden.

Nach diesem doch ineressanten Abstecher ging es dann nach Punto del Este. Wir sind die Rambla entlang gefahren, sind in einem Restaurant eingekehrt und konnten auf der Terrasse speisen.  Nun musste man neben dem geschäftigen Treiben am Yachthafen noch "La Mano" (1981) eine Plastik am Strand besichtigen.


Da waren wir anscheinend nicht die einzigen. Eine Gruppe aus Paraguay und eine Taekwondo Gruppe hatte das gleiche Ziel.






Jetzt muss ich leider noch eine unliebsame Erfahrung von heute schreiben. Wir fuhren auf dem Heimweg durch Maldonado, als wir in dem Gewirr der Einbahnstraßen zu weit in die Kreuzung fuhren und wieder ein Stück zurücksetzen mussten. Der Hintermann hupte und wir fuhren weiter. Nach 10 Minuten Weiterfahrt kam ein Auto hinter uns her mit Warnblinkern an und wollte uns hupend zum Stehen bringen. Anfangs wollten wir einfach weiterfahren, weil wir nicht wussten, was er wollte. Aber dann fuhren wir rechts ran. Er kam aus dem Auto und beschimpfte uns wüst, wir wären ihm rein gefahren und müssten nun die Reparatur bezahlen. Wir hatten von einem angeblichen Zusammenstoß nichts bemerkt, ferner war am Auto rein gar nichts zu sehen. Nach einigen Schimpftiraden, die wir Gott Lob nicht verstanden haben, stieg er dann doch wieder in sein Auto und wir fuhren weiter. Auch wenn nichts passiert war, die Laune war erst einmal dahin. 


Doch der schöne Sonnenuntergang brachte uns wieder auf andere Gedanken.


Ein Schrecken kommt aber nie allein, so war es natürlich auch heute. Zuhause angekommen ging Theresa in ihr Zimmer und, nachdem sie sich mit ihren Brüdern mal wieder gestritten hatte, sperrte sie sich in ihr Zimmer ein. Dies geschah so schwungvoll, dass der Türknauf abging und sie sich nicht mehr befreien konnte. Das wäre ja nicht schlimm, wenn nicht alle drei Fenster ihres Raumes mit einem Gitter versehen wären.  Nun begann eine gut einstündige Rettungsaktion. Jetzt kann man ja wieder schmunzeln, aber in dem Moment verging uns das Lachen. Paul probierte in den anderen Räumen, ob man den Schließmechanismus mit einem Messer aufbekommen könnte, was problemlos ging. Also bekam Theresa ein Messer in die Hand, ich zog von außen, um das Schloss zu entlasten und Paul stand vor Theresas Fenster und gab genaue Anweisungen. "Du musst das Messer ganz schräg halten und du musst am Schließblech vorbei. Siehst du den Schließer?" - "Ja ich sehe ihn." -"Das Schließblech!" - "Ich bin doch daran vorbei." - "Probier´s nochmal. Theresa, du machst das gut!"- "Der Schließer rührt sich aber nicht. Nach unendlich langer Zeit war die Theresa so wütend, dass sie mit aller Wucht den Türknauf wieder auf die Halterung drückte und auf einmal ging die Tür auf. Gott Lob!!!
Ich hatte inzwischen schon die Immobilientante aktiviert. Es war man gerade 22 Uhr.
Paul stellt fest, dass bei Theresas Tür der Schließer nicht einfach aufzudrücken war. Theresa hatte dabei keine Chance.
So ging ein aufregender Tag zu Ende!!

Mittwoch, 7. September 2016

Piriapolis

Am 04.09. haben wir einen Ausflug nach Piriapolis, dem zweit größten Badeort in Uruguay, unternommen. Nachdem wir mal wieder etwas spät losgefahren sind, war unser erster Weg in ein Restaurant zum Mittagessen. Wir haben uns für das La Rotonda entschieden. Alle waren sehr freundlich und das Essen war akzeptabel.


Anschließend wollten die Kinder an den Strand und ich wollte mir das Hotel Argentinia, das älteste Hotel am Platze, ansehen.



Im Reiseführer wurde es als absolut sehenswert angeführt. Es ist wirklich ein prächtiger Bau, an dem der Zahn der Zeit aber schon sehr genagt hat. Ich habe mir noch den Empfang angesehen und war etwas enttäuscht. Bis zum Pavillon von Herrn Eifel bin ich gar nicht mehr gekommen. 


Die Kinder hingegen hatten einen Mordsspass! Sie haben gleich Freundschaft mit einem herumstreunenden Hund geschlossen. Er hat es sichtlich genossen, dass sie mit ihm gespielt haben!


In Uruguay gibt es wahnsinnig viele herrenlose Hunde. Die meisten sind lieb und schießen sich jedem an, der sie bemerkt. Dieser schöne Kleine war von uns ganz angetan und Pauli hätte ihn am liebsten adoptiert.


Hier sieht man neben Max und Theresa den Gründer der Stadt, Francisco Piria.


Nach der Stadtbesichtigung ging es noch etwas am Strand entlang. Hier hatte es vor einiger Zeit auch furchtbare Regenfälle gegeben und alles war überflutet bzw. Straßen und Strände teilweise weggeschwemmt worden.





Leider sind die Menschen in Uruguay noch nicht so umweltbewusst wie bei uns. Alles liegt voll Müll, die Straßen, die Gärten und auch der Strand. Und glaubt mir, nicht alles sieht so malerisch aus wie dieses alte verrostete Fass!



Die Kinder waren mehr als begeistert. Theresa jagt den Wellen hinterher....


.... und die Jungen fühlen sich wie Bergsteiger


Abends noch ein kleines Feuer. Es sieht sehr kuschelig aus, aber viel Wärme ging nicht davon aus, da das Holz zu feucht und zu groß war. Was will man machen.