Sonntag, 12. Februar 2017

Auf den Spuren der Dakar


Nach dem Frühstück machten wir uns immer noch niedergeschlagen auf die Reise. Wir wollten nach Pisagua, dort sollte es einen Campingplatz geben. 



Mitten im Nirgendwo tauchte ein Friedhof auf. Er war schon lange nicht mehr gepflegt und verrottete im Wüstensand. Die Szenerie würde perfekt in einen Horrorfilm passen. Gut dass wir noch einen Tag bis zu Halloween hatten.




Ab dann wurde der Weg schlechter - die Fahrbahn bestand aus Sand und zwar ganz feiner mehliger.




Der Pickie wühlte sich ganz gut durch bis wir auf einen ganz sandigen Aufstieg kamen, dann mussten wir zurück und eine Alternative suchen.








Überall waren Auto- und Motorradspuren und zwar hunderte. Hier musste die Dakar durchgegangen sein. 







Wir folgten unzähligen Auf- und Abfahrten bis wir in ein enges Gesäuse gerieten. In einem sehr , sehr engen V- Tal kam eine 90 Grad- Kurve. Das war zuviel für meinen Pickie. Wir blieben einfach  stecken. Jetzt kann man drüber lachen, aber in diesem Moment war uns allen nicht zum Lachen zumute. Es ging nicht mehr voran und nicht mehr zurück. Paul versuchte es mehrmals und jedes Mail knirschte es laut. Der Motor heulte auf. Auf meiner Seite konnte man nicht mehr austeigen. Wir waren richtig festgekeilt. Beim letzten Versuch - vorm Schaufeln - schaffte Paul es dennoch. Mit letzter Kraft kamen wir frei und schafften es den Hügel hinauf. Ich war wir versteinert - leider konnte ich da kein Video drehen oder Fotos machen. Ich war nur heile froh, dass wir wieder frei waren. Wir waren zwar frei, aber unser armer Pickie musste schon Federn lassen. Die Felge hatte einen Schlag, bei mir am Einstieg war eine riesige Delle und die eh schon angeschlagene Stoßstange war nun auf beiden Seiten geknickt und vorne war die Verkleidung vom Kotflügel weg und von der Stoßstange hat es die Befestigung teilweise raus gerissen. 


Auch haben wir unser neues Zelt insgesamt 4 Mal verloren. Es ist robust und hat es gut überstanden. Immer mehr Spuren kamen zusammen und führten uns Richtung Meer. Als letztes Schmankerl mussten wir auf ein Plateau absteigen. Ich entschloss mit dies zu Fuß zu tun und nach unten zu gehen. Es ging fast senkrecht nach unten  - der Untergrund war wie Mehl. Paul meinte das letzte STück war wie eine Rutsche - er schlitterte nach unten.




Dann kamen wir wieder auf einen Weg. Dort wo alle Spuren zusammen liefen, lagen hunderte von leeren Flaschen. Hier hatte man anscheinend die extrem schwierige Etappe der Dakar gefeiert.














Wir kamen zu einer Salpeter Mine. Neben der Mine, die immer noch im Betrieb war, lag ein Friedhof. Der Weg dorthin, führte durch eine kleine Müllhalde mit Flaschen und alten Dosen









Hier befand man sich auf einem historischen Platz - einem historischen Müllplatz - ohne Spaß



Hier ein historisches Sägeblatt


Die Straße war nun deutlich besser und wir konnten uns etwas entspannen.


Wir hatten zurück in die Zivilisation gefunden. 







Nun ging es schnell nach Pisagua!


Sonntag, 5. Februar 2017

Iquique - schön aber gefährlich


Nach dem Frühstück ging es hinunter in die Stadt. Der Abstieg vom Bahndamm war ähnlich spektakulär wie der Aufstieg!



Wir parkten mitten im Stadtzentrum und gingen in die Fußgängerzone mit historischem Kern



Maxi kaufte ich endlich das langersehnte Käppi und anschließend gingen wir Mittagessen und dann noch Eisessen. 






Im Straßencafé kam eine Indianerin zum Betteln vorbei. Sie erklärte uns, dass sie Geld für etwas Gras bräuchte. Als wir ihr nichts gaben, beschimpfte sie uns wüst und verschwand. 


Nach unserem Ausflug fuhren wir gut gelaunt nach Alto Hospicio und kauften fürs Abendessen ein. Über eine kleine Straße fuhren wir zwischen Müllbergen Richtung Alto Caleta Buena.



Nach 30 km bogen wir wieder in die Wüste ab. Wir fanden einen etwas windgeschützten Platz in einem trockenen Flusslauf.




Nachdem wir noch Zeit bis zum Abendessen hatten, wollte ich noch ein bisschen Emile Zola lesen. Leider war mein Buch nicht mehr da, ebenso wie meine silberne Tasche, Paulis und Theresas Rucksack mit ihrer Tasche aus San Pedro. Wir waren alle fix und fertig. Theresa hatte es absolut am Schlimmsten getroffen, ihre Stifte, CD-Player, CDs, Mäppchen und noch einiges. Jemand hatte das Schloss hinten aufgebrochen und hat sich einfach bedient.

Es ist unglaublich, wie einem das mitnimmt, wenn so etwas passiert.

Am nächsten Morgen meinte Paul, dass dies gut die Indianerin gewesen sein könnte. Sie ging in Richtung unseres Autos und da in der Stadt nichts los war, hätte sie eins und eins zusammenzählen können. 

Wir erfuhren aber später, dass man in Iquique sein Auto niemals am Straßenrand abstellen sollte, weil es immer aufgebrochen wird. Unseren Bekannten Alejando und Susana wurde das Auto ebenfalls aufgebrochen.